Wann ist eine Vollkasko-Versicherung sinnvoll?

Autounfälle können schnell teuer werden – vor allem dann, wenn man keine Vollkaskoversicherung hat. Die hohen Prämien dafür lohnen sich aber nicht für jedermann: Wer die wichtigsten Tricks kennt und Angebote von Schweizer Autoversicherungen vergleicht, kann viel Geld sparen.

 

Vollkasko - warum?

Es knallt, kratzt und klirrt – vielleicht entfaltet sich sogar ein Airbag. Auf Schweizer Strassen gibt es jährlich über 50 000 Unfälle. Die meisten davon gehen glimpflich aus, teuer können sie aber trotzdem werden. Denn ohne die richtige Versicherung führt eine kleine Unaufmerksamkeit schnell zu einer grossen Rechnung.

Wer einen Unfall verursacht, ist meist auf die Haftpflichtversicherung angewiesen. In der Schweiz ist diese Versicherung obligatorisch und zuständig für Schäden, welche bei einem Unfall an beteiligten Fahrzeugen entstehen. Die Beulen und Kratzer am eigenen Wagen werden dadurch aber nicht abgedeckt. Dafür braucht es nämlich eine spezielle Kollisionskaskoversicherung: Das ist eine Ergänzung der Teilkaskoversicherung und wird deshalb auch als Vollkasko bezeichnet. In der Schweiz ist die Vollkaskoversicherung freiwillig und nur bei Leasing-Verträgen obligatorisch. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Schäden die Versicherung abdeckt, wie Sie die Prämien tief halten und ob sich Vollkasko für Sie lohnen könnte.  
 
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Leistungen sind nicht immer gleich

Die meisten Schäden am eigenen Fahrzeug, welche ohne eigenes Verschulden entstehen, werden von der freiwilligen Teilkaskoversicherung abgedeckt: Diese zahlt beispielsweise für Schäden, die durch Hagelstürme oder Marderbisse entstehen. Die Vollkaskoversicherung kommt dann zum Zug, wenn man den Schaden an seinem Auto selber verursacht – beispielsweise durch einen Fahrfehler. Sie greift aber auch bei jenen Schäden, die dem Fahrzeug mutwillig von Dritten zugefügt wurden und nicht von der Teilkasko-Versicherung übernommen werden. Wenn also Vandalen über Nacht den Lack zerkratzen oder die Schweinwerfer einschlagen und dabei nicht gefasst werden, ist das ein Fall für die Vollkaskoversicherung. Aber Achtung: Abhängig von der Versicherungsgesellschaft und von den gewählten Zusatzversichersicherungen gibt es in der Schweiz grosse Unterschiede, welche Schäden übernommen werden und welche nicht.

Ein Vergleich zwischen den Schweizer Autoversicherungen lohnt sich nicht nur bezüglich deren Leistungen, sondern auch bezüglich der Prämien. Denn auch da zeigen sich grosse Unterschiede: Wie viel man für eine Versicherung zahlt, ist stark abhängig von der Statistik. Weil Neulenker häufig in Unfälle verwickelt sind, ist ihre Vollkasko-Prämie zum Beispiel höher als jene von erfahrenen Lenkern. Auch das Geschlecht und die Häufigkeit, mit der man seinen Wagen nutzt, kommen dabei zum Tragen. Und sogar Fahrzeugmodell und Wohnort haben einen Einfluss auf die Prämien: Wer ein Automodell fährt, das oft gestohlen wird, muss höhere Prämien zahlen. Und wer an einem Ort wohnt, wo es immer mal wieder zu Vandalismus kommt, dürfte ebenfalls tiefer in die Tasche greifen.

Hoher Selbstbehalt, tiefe Prämien

Mit den richtigen Tricks kann man seine Prämien jedoch tief halten: Wer einen höheren Selbstbehalt wählt, der zahlt zwar bei einem allfälligen Schaden mehr Geld, dafür sinken die jährlichen Prämien. Ausserdem belohnen Versicherungen zum Teil jene Kunden, welche über längere Zeit unfallfrei fahren. In der Schweiz wird man dafür in Bonusstufen eingeteilt und muss dadurch nur einen bestimmten Prozentsatz der ursprünglich berechneten Prämien zahlen. Nach jedem unfallfreien Jahr sinken so die Gebühren – allerdings nur so lange, bis man auf der untersten Bonusstufe angelangt ist. Jedoch steigen sie auch wieder, falls es irgendwann dann doch zu einem Schaden kommen sollte. Was viele nicht wissen: Unter Umständen lohnt es sich in einem solchen Fall, den Schaden aus der eigenen Tasche zu bezahlen und der Versicherung gar nicht zu melden. Dadurch bleiben Bonusstufe und Prämie nämlich gleich. Diese Möglichkeit sollte man vor allem in Betracht ziehen, wenn man einen hohen Selbstbehalt gewählt hat und deshalb den Grossteil des Schadens sowieso selber bezahlen muss.

Eine Prämienerhöhung nach einem Schadensfall lässt sich auch abwenden, wenn man sich für den Bonusschutz entscheidet, den viele Versicherungen anbieten. Wenn man diese Zusatzoption wählt, dann steigen bei einem Unfall die Prämien nicht. Dieser Schutz kostet jedoch extra und greift nur für maximal einen Schaden pro Versicherungsjahr. Ausserdem bleiben mit Bonusschutz die Gebühren auch dann gleich, wenn man über längere Zeit unfallfrei fährt – es gibt also keine Prämienverbilligungen. Diverse Versicherungen bieten deshalb weitere Zusatzoptionen an, mit denen sich die Versicherungsprämien senken lassen. So können sich Jungfahrer beispielsweise freiwillig einen Crash-Recorder in ihr Auto einbauen lassen, der bei einer Kollision Klarheit über den Unfallhergang gibt.

Vollkasko-Schaden sofort melden

Ob sich eine Vollkaskoversicherung lohnt, ist zu einem grossen Teil auch abhängig vom Alter des Fahrzeugs. Denn die Versicherungen berechnen die Entschädigung bei einem Schadensfall nicht nach dem Neuwert des Autos, sondern abhängig von der Anzahl der Betriebsjahre. Je älter das Fahrzeug ist, desto weniger Geld erhält man von der Versicherung. Der Zeitwert nimmt relativ schnell ab und deshalb lohnt sich eine Vollkaskoversicherung häufig nur während der ersten Jahre nach dem Kauf eines Neuwagens. Abfedern lässt sich dieser Wertverlust mit dem Zeitwertzusatz, den viele Schweizer Versicherungen anbieten: Bei dieser Vergütungsart wird die Wertverminderung auf mehrere Jahre verteilt und im Schadenfall ist die Entschädigung deshalb höher als der eigentliche Zeitwert. Wie viel höher, das hängt vom Alter des Fahrzeugs und von der Versicherung ab. Wer irgendwann doch von einer Voll- zu einer Teilkaskoversicherung wechseln will, macht das am besten im Frühling. Im Winter ist das Unfallrisiko wegen der glatten Strassen nämlich deutlich höher und es macht Sinn, sich gegen allfällige Schäden abzusichern.

Nachdem man eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen hat, darf man nicht vergessen, diese auch aktuell zu halten. Das gilt beispielsweise, wenn das Fahrzeug plötzlich auch noch von anderen Personen genutzt wird als ursprünglich angegeben. Oder wenn man das Auto über Nacht doch nicht in die Garage, sondern lediglich an den Strassenrand stellt. Solche Änderungen sollten der Versicherung mitgeteilt werden, denn sie haben einen Einfluss auf die Prämienhöhe. Genauso wichtig ist es, die Versicherung bei einem allfälligen Schaden möglichst schnell zu informieren. Verpasst man nämlich die entsprechende Frist, muss man mit Kürzungen bei der Entschädigung rechnen. Und weil die Prämien bei einer Vollkaskoversicherung typischerweise relativ hoch sind, würde einem die Verspätung teuer zu stehen kommen.

Die Vollkaskoversicherung kommt bei selbstverschuldeten Unfällen und Vandalismus ins Spiel. Sie deckt alles vom Blech- bis zum Totalschaden ab. Aber wegen der hohen Prämien lohnt sich das nicht in allen Fällen. Als Privatperson verliert man schnell den Überblick über Leistungen, Prämien und Bonusstufen der einzelnen Versicherungen. Klicken Sie hier, um online die Prämien verschiedener Schweizer Autoversicherungen zu vergleichen und so die optimale Versicherung für Ihr Fahrzeug zu finden.